Zurück zur Startseite Forum Chat Kontakt zum Team Impressum
 
Grundlagen
Empfang
modVES
Kabel
Einkabellösung
Terrestrisch
Satellit
Satellitenübertragung
Receiver / HTPC
TV-Karten
TV-Software
Linux
digital-Recording
Fernbedienung
Download-Center
Hilfe / Glossar
Links
Werbung / Banner
Literatur
Impressum
Suche


modVES.de

Partnershop: DVBShop.net

>> DVBmagic.de >> Empfang

Satelliten-Empfang

Vorwort:

Da die Thematik Satellitenempfang vor allem für Einsteiger nicht gerade die einfachste ist wollen wir hier versuchen die Grundlagen ein wenig zu vermitteln.


Voraussetzungen:

Man benötigt für den einfachen Sat-Empfang eigentlich nicht viel, nur einen Parabolspiegel (ab 60 cm Durchmesser, oft einfach "Schüssel" genannt), ein LNB, einen Receiver und ein paar Meter Kabel.

Grundlagen:

Die Hauptempfangseinheit beim Satellitenempfang ist das LNB, ein Frequenzumsetzer, der mit an der Schüssel befestigt wird.
Durch die gebogene Form des Parabolspiegels werden die Signale - welche auf diesen auftreffen - zurückgeworfen und in einem Punkt vor der Schüssel - da wo sich das LNB befindet - gesammelt.
LNB ist die Abkürzung für Low Noise Block, manchmal auch als LNC - Low Noise Converter - bezeichnet. Dieser wandelt die empfangenen Signale um und leitet sie per Kabel zum Receiver bzw. zum Multischalter weiter.

Der gesendete Stream - der "vom Himmel kommt" - lässt sich auf speziellen Frequenzen mit verschiedenen Symbolraten und Polarisationen empfangen.

Was ist beim digitalen Sat-Empfang anders?

Das "alte" analoge Fernsehen wird über Satellit im Frequenzbereich von 10,7 bis 11,7 GHz übertragen. Dieser Bereich wird als Lowband bezeichnet. Dort liegen alle analogen Kanäle und dieser Frequenzbereich wird auch von den analogen LNBs / Receivern empfangen.
Die "neuen" digitalen Kanäle liegen aber nicht nur in diesem Lowband von 10,7 bis 11,7 GHz, sondern in einem anderen Frequenzbereich von 11,7 bis 12,7 GHz. Dieser Bereich wird als Highband bezeichnet. Die meisten digitalen Kanäle liegen im Highband, im Lowband liegen nur vereinzelte Programme.
Damit das LNB zwischen diesen beiden Frequenzbereich hin und herschalten kann, so wird hier ein 22 kHz Signal vom Receiver bzw. vom Multischalter gesendet.

Wenn man nun mit einem neuen digitalen Receiver nur Programme wie Arte, BibelTV oder Tango TV empfängt, so kann dies als Ursache ein nicht digitaltaugliches LNB sein, denn alle diese Sender liegen im Lowband von 10,7 bis 11,7 GHz. Eine andere Ursache kann im Receiver liegen, welcher aufgrund eines Defektes das 22 kHz Signal nicht oder nicht richtig sendet.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die einzelnen Streams für einen Sender, also Bild und Ton, nicht auf unterschiedlichen Frequenzen gesendet werden. Man empfängt alles auf einer Frequenz. Es werden zur Trennung so genannte PID Filter verwendet. Bei der analogen Übertragung stellt man am Empfangsgerät (Receiver) automatisch eine Frequenz für das Videobild e und eine für den Ton ein.


Nicht nur die Frequenz ist ein wichtiger Übertragungsparameter, sondern auch die Polarisation. Hier unterscheidet man zwei verschiedene. Einmal Horizontal und einmal Vertikal.
Durch das eben vermittelte Wissen über Low- und Highband kann nun auch die Aussage verstanden werden, dass es 4 Empfangsebenen gibt:
  • Lowband - Horizontal
  • Lowband - Vertikal
  • Highband - Horizontal
  • Highband - Vertikal
Diese Empfangsebenen werden auch oft als Frequenzebenen - abgekürzt als FZ Ebenen - bezeichnet.


Im Folgenden möchten wir nun die einzelnen Möglichkeiten für den passenden Empfang von Satellitenfernsehen vorstellen. Dies ist unterteilt in zwei große Gruppen. Wenn man nur einen Satelliten (Orbitalposition) empfangen möchte - beispielsweise nur Astra auf 19,2° Ost - dann benötigt man eine Singlefeed Anlange. Falls mehrere Satelliten (Orbitalpositionen) - beispielsweise Astra auf 19,2° Ost und Eutelsat auf 13° Ost - empfangen werden sollen, dann benötigt man eine Multifeed Anlage.

Jede dieser Anlagen ist dann natürlich wieder abhängig von der Anzahl der verwendeten Empfangsgeräte im Haus / Wohnung.

Singlefeed:

Empfang von nur einer Orbitalposition.

Einteilnehmerempfang (Single LNB):

Wenn nur ein Empfangsgerät angeschlossen werden soll, dann ist ein Single-LNB vollkommen ausreichend.
Hier wird der Receiver direkt mit dem LNB an der Schüssel verbunden und der Receiver steuert auch alle Funktionen des LNBs, also in welche Bereiche dieser schalten muss.

Das LNB verfügt somit nur über einen Anschluss.

Zweiteilnehmerempfang (Twin LNB):

Damit zwei Receiver unabhängig voneinander verschiedene Frequenzen empfangen können, muss für jeden Receiver das komplette Empfangspotential bereitgestellt werden. Dazu verwendet man ein Twin-LNB, welches - wie der Name eigentlich schon sagt - über 2 Anschlüsse verfügt.
Die zwei Receiver werden direkt mit dem LNB verbunden.

Mehrteilnehmerempfang (Quattro LNB + Multischalter):

Um vier oder mehr Empfangsgeräte anschließen zu können, muss man über eine Zusatzhardware - den Multischalter - gehen.
Bei dieser Variante können je nach verwendetem Multischalter 4, 6, 8, 12 oder 24 Receiver angeschlossen werden. Damit wieder jeder Receiver unabhängig vom anderen empfangen kann, muss wieder das komplette Frequenzspektrum zur Verfügung stehen.
Vom LNB - welches als Universal Quattro LNB bezeichnet wird - gehen vier Kabel bis zum Multischalter. Jedes dieser Kabel stellt eines der 4 möglichen Frequenzebenen bereit. Diese sind auch jeweils auf dem LNB und auf dem Multischlater gekennzeichnet.
  • Lowband Horizontal
  • Lowband Vertikal
  • Highband Horizontal
  • Highband Vertikal
Somit liegen alle möglichen Ebenen am Multischlater an und dieser kann, je nach Bedarf, diese an die angeschlossenen Receiver weitergeben. Aus diesem Grund wäre die Ausbaugröße eigentlich unendlich.

Neben den 4 Anschlüssen für das LNB verfügt der Multischalter noch über einen weiteren Eingang für ein terrestrisches Signal. So kann hier die vorhandene Hausantenne auch noch mit angeschlossen werden und dieses Signal wird dann mit ins Hausnetz eingespeist.

Im Unterschied zu den anderen drei Varianten wird hier eine zusätzliche Stromversorgung für den Multischalter benötigt.

Mehrteilnehmerempfang (Quad LNB):

Bei dieser Variante ist der Multischalter schon im LNB integriert. Somit handelt es sich eigentlich um ein Quattro LNB, nur eben mit integriertem Multischalter.

Man hat hier aber nicht die Möglichkeit, die Sat-Anlage nachträglich zu erweitern.

Falls man den Einsatz von PC DVB-Karten plant und noch zwischen dem Aufbau mit Quad oder Quattro LNB schwankt, dann sollte man zu der Variante Quattro LNB mit externem Multischalter greifen. Auch wenn diese ein wenig kostenaufwändiger ist, so erhält man weniger Probleme. Besonders bei den PC DVB-Karten gibt es aufgrund von Spannungsschwankungen oft Schwierigkeiten.

Multifeed:

Sobald mehr als eine Orbitalposition empfangen werden soll, wird der Umfang der Satellitenanlage um einige Elemente erweitert (zusätzliches LNB, DISEqC Schalter).
Wenn für den Singlefeed-Empfang noch eine 60 cm Schüssel vollkommen ausreichte, so ist dies beim Multifeed nicht mehr der Fall. Soll Astra auf 19,2° Ost und Hotbird auf 13° Ost mit einer Schüssel empfangen werden, so sollte der Durchmesser des Parabolspiegels mindestens 85 cm betragen. Hier gilt die Faustregel - je mehr desto besser.

Einteilnehmerempfang (2 x Single LNB):

Um zwei Orbitalpositionen empfangen zu können, muss man natürlich über ein zweites LNB verfügen. Dieses wird dann in einem festen Abstand mit am Arm an der Schüssel befestigt. Um die Richtung und den Abstand richtig einzustellen, gibt es extra LNB Schienen mit den entsprechenden Grad-Zahlen.

Nun werden von der Schüssel zwei Kabel weggeführt, der Receiver verfügt aber nur über einen Eingang. Eine Möglichkeit wäre natürlich, die Kabel je nach Nutzung dementsprechend an- und abzustecken. Aber dies geht natürlich auch anders.
Um die Nutzung so einfach wie möglich zu gestallten, wurden so genannte DISEqC Schalter entwickelt. Diese ermöglichen es über bestimmte Befehle zwischen den einzelnen LNBs und somit den Frequenzebenen umzuschalten.

Im Beispiel hier werden zwei Single LNBs und ein 2/1 DISEqC Schalter verwendet.

Einteilnehmerempfang (4 x Single LNB):

Der Multifeed-Empfang funktioniert natürlich nicht nur mit 2 LNBs, sondern auch mit mehr, beispielsweise 4.

Der Aufbau ist dann eigentlich analog. Es werden nur halt 4 LNBs und ein 4/1 DISEqC Schalter verwendet.

Zweiteilnehmerempfang (2 x Twin LNB):

Sollen zwei Endgeräte mit dem Angebot zweier Orbitalpositionen versorgt werden, so benötigt man erstmal zwei Twin LNBs. Jedes LNB stellt dann also einen Anschluss für jeden Receiver bereit. Um aber wieder die Verbindung mit dem Receiver herzustellen, muss man wieder zu einem DISEq Schalter greifen. Besser gesagt, zwei.
Von jedem LNB geht je ein Kabel bis zu einem der beiden 2/1 DISEqC Schalter und wird dort wieder zu einer Leitung verbunden. Diese geht dann zum Receiver 1, die vom zweiten DISEqC Schalter zum Receiver 2.

Mehrteilnehmerempfang (2 x Quattro LNB + Multischalter)

Ab einer Anzahl von 4 oder mehr Endgeräten wird der gesamte Anlagenaufbau etwas kabellastiger.
Es werden hier zwei Quattro LNBs verwendet - jeweils eines für eine Orbitalposition. Wie auch schon bei der Singlefeed-Anlage gehen vom LNB 4 Leitungen weg. Diese stellen die 4 schon mehrfach genannten Frequenzebenen bereit. Da wir aber hier nicht nur ein LNB haben, sondern zwei, gehen somit 8 Kabel zum Multischalter. Im Gegensatz zu den anderen Multifeedaufbauten benötigen wir hier keinen zusätzlichen DISEqC Schalter. Dieser ist bereits mit im Multischalter integriert.
Neben den 8 Eingangsleitungen der LNBs, kann am Multischalter noch eine Antenne zur Einspeisung eines terrestrischen Signals angeschlossen werden.

Die Größe des Multischalters wird durch die gewünschte Anzahl der Endgeräte bestimmt. Einen Multischalter gibt es mit 4, 6, 8, 16 oder mehr Ausgängen.
Sollen wie hier im Beispiels zwei LNBs angeschlossen werden, so wären die speziellen Bezeichnungen für die Multischalter die folgenden: 9/4, 9/6, 9/8 oder 9/16


DISEqC?

Die Abkürzung DISEqC steht für Digital Satellite Equipment Control steht für eine von Eutelsat und Phillips entwickelte Technologie die es ermöglicht, mehrere Orbitalpositionen mit möglichst geringem Aufwand anzusteuern.
Natürlich gibt es auch beim Thema DISEqC-Schalter einiges zu beachten. Die Technologie selbst ist aufgekommen, als das Programmangebot gewachsen ist und über mehrere Satelliten zu empfangen war.
Im Laufe der Jahre sind auch hier die Ansprüche an die Funktionalität des "Umschaltens" gewachsen, wodurch es unterschiedliche DISEqC-Versionen gibt.
Die folgende Zusammenfassung soll vor allem dann helfen, wenn bei der Einrichtung des Satelliten-Receivers bzw. der DVB-Karte Probleme auftreten.

Mini DISEqC (Simple DISEqC, Tone Burst):
Diese Variante dient zum einfachen Schalten zwischen zwei Positionen (A und B).
Es wird hier ein Burstsignal auf das vorhandene 22 kHz Signal aufgesetzt. Das 22 kHz Signal wird sonst zur Schaltung zwischen Low- und Highband verwendet.
Wird Position A gewünscht, so wird das 22 kHz Signal durchgehend gesendet, soll B verwendet werden, so wird das Signal getastet gesendet.

DISEqC Version 1.0:

Dies ist die erste "offiziell" richtige Version des DISEqC Befehlssatzes. Die Umschaltsignale für Frequenzband, Polarisation, Sat-Position und Option wurden komplett digital auf dem Datenbus umgesetzt.

DISEqC Version 1.1:

Hierbei handelt es sich wie der Name schon vermuten lässt, um eine Weiterentwicklung. Die Steuersignale können nun mehrfach gesendet werden, um auch bei kaskadierten Anlagen die Funktionsfähigkeit zu erhalten.

DISEqC Version 1.2:

Auch diese Variante ist eine Weiterentwicklung des Vorgängers. Hier wurde der Befehlssteuerungssatz zum Betrieb eines DISEqC Rotors noch zusätzlich integriert.

DISEqC Version 2.0:

Auch die Version 2.0 basiert auf der "alten" Version 1.x. Hierbei wurde die Kommunikation in beiden Richtungen realisiert. Nicht nur der Receiver sendet ein Signal und muss davon ausgehen, dass die entsprechenden Befehle richtig angekommen sind, sondern die DISEqC Bauteile bestätigen die Steuerbefehle und melden dies an den Receiver zurück.


Diese Kurzzusammenfassung ist natürlich nicht vollständig. Wer mehr über das Thema DISEqC erfahren möchte, der sollte sich den DISEqC Praxis Ratgeber von Eutelsat mal genauer anschauen.
(Die Beschreibungen der einzelnen DISEqC Versionen wurden teilweise daraus entnommen.)
Seite drucken    DVBmagic News als RSS Feed    DVBmagic News als ATOM Feed

Aktuelle Nachrichten auch regelmäßig per E-Mail erhalten.
Newsletter bestellen







www.dvbmagic.de   (0.0215s) Copyright 2001 - 2011 by Stefan Pratsch und Andreas Erbe


DVB und MHP sind eingetragene Marken der DVB Project